„Gralshüter der roten Plätze“

von Presse

Fragt man Tennisspieler, welche Voraussetzungen ein Platzwart unbedingt benötigt, so hört man meist „technische Kenntnisse“, „handwerkliches Geschick“, „Erfahrung“, „Gespür“ und vieles anderes mehr. - Tatsächlich aber benötigt ein Platzwart vor allem eines: Gute Nerven! - Und das liegt vor allem an den Tennisspielern selbst: Denn wenn erst einmal die Freiluftsaison beginnt und das Wetter einigermaßen gut ist, dann wollen die Tennisspieler nur noch eines: Tennis spielen! Leider ist ihnen dann oftmals recht egal, in welchem Zustand sich die Plätze danach befinden; Hauptsache, man kann irgendwie darauf spielen. Ist ein Platz aber zu feucht, wird er weich; ist er zu trocken, wird er brüchig – Schaden nimmt er in beiden Fällen.

Ganz nach dem Motto „Kein Tennis, ist auch keine Lösung“ gilt es, den richtigen Ausgleich zu finden und alles dafür zu tun, damit die Qualität der Plätze langfristig erhalten bleibt. Hierfür gibt es einige Grundregeln, die von allen Tennisspielern im Interesse ihres Sports beachtet werden sollten. Regel 1: Wenn ein Platz gesperrt ist, ist er gesperrt! - Sollte ein Spieler meinen, dennoch auf diesem Platz spielen zu können (kommt häufiger einmal vor), dann gilt: Platzwart anrufen und nachfragen! (Dass eine Freigabe erfolgt, kommt eher selten vor; die Gründe für die Platzsperrung sind nämlich nicht immer direkt erkennbar). - Auch ein Platz, der nicht ausdrücklich gesperrt ist, muss von den Spielern überprüft werden. Regel 2: Erkennt ein Spieler, dass der Platz – z.B. aufgrund eines vorangegangenen Platzregens und starker Durchfeuchtung – aktuell sehr weich ist, darf dieser nicht bespielt werden! Entsprechendes gilt, wenn ein Platz zu trocken und brüchig ist. Noch besser ist es, wenn der Spieler den Platzwart über den aktuellen Zustand des Platzes informiert (entgegen offenbar weit verbreiteter Ansicht, befindet sich der Platzwart nämlich nicht 24 Stunden/7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr auf der Anlage und hat alle Plätze im Blick). Der Platzwart kann dann den Platz prüfen und die erforderlichen fachlichen Maßnahmen ergreifen. Im Sommer gilt (bei ansonsten ordnungsgemäßen Plätzen) ohnehin Regel 3, dass nämlich die Plätze vor dem Spielen ausreichend zu bewässern sind. – Nach dem Spielen gilt Regel 4, dass die Plätze mit den Schleppnetzen abgezogen werden – und zwar über den gesamten (genutzten) Platz, also nicht nur innerhalb der Begrenzungen des Einzelspielfeldes oder gar nur Teilen davon!

Mit Stefan Schoeneck verfügt der TC Ketsch über einen Platzwart, der in Bezug auf „technische Kenntnisse“, „handwerkliches Geschick“, „Erfahrung“ und „Gespür“ sämtliche Anforderungen bestens erfüllt. Seine Nerven aber werden manchmal auf eine harte Probe gestellt. Und zwar nicht nur von Kindern, Jugendlichen und Anfängern, sondern auch von langjährigen Tennisspielern, bei denen man die Kenntnis und das Problembewusstsein eigentlich voraussetzen darf. Hinzu kommt, dass diese erfahrenen Tennisspieler von anderen oft noch als Vorbild genommen werden! - Dabei weist auch 1. Vorsitzender Jürgen Hoffmann zum Thema Platzpflege immer wieder darauf hin, dass es sich hier um die Plätze des Vereins handelt. Ein gepflegter und gut erhaltener Platz kommt somit allen Mitgliedern und Gästen des TC Ketsch zugute.

„Gralshüter“ bezeichnet laut Duden übrigens „jemanden, der über den Fortbestand einer als wertvoll und bedroht angesehenen Sache wacht“ – der Begriff passt auf Schoeneck also bestens!

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